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Was ist Reselling? — Der komplette Leitfaden für Einsteiger


19.07.2026

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14 Min.

Was ist Reselling? Reselling bedeutet, Waren gezielt unter Marktwert einzukaufen und über Plattformen wie eBay, Amazon oder Vinted mit Gewinn weiterzuverkaufen. Was vor wenigen Jahren als Nebenverdienst galt, hat sich zu einem ernstzunehmenden Markt entwickelt: Der deutsche Re-Commerce-Sektor überschritt 2025 die Marke von 10 Milliarden Euro — für 2026 rechnen Analysten mit rund 10,7 Milliarden.

Ich bin Leonid Salzmann, Gründer von Salzmann Restwaren. Seit über 13 Jahren handle ich mit Restposten und B-Ware und habe in dieser Zeit mit über 2.000 Partnern in 55 Ländern zusammengearbeitet. Was ich in diesem Leitfaden teile, sind keine Theorien, sondern Erfahrungen aus dem Tagesgeschäft. In den folgenden Abschnitten erkläre ich Ihnen, welche Reselling-Modelle es gibt, wo die Margen liegen und wie Sie als Einsteiger Ihren Start planen.

Restposten-Lager mit Paletten auf Regalen — über 800 Paletten monatlich bei Salzmann Restwaren

Reselling — Definition und Bedeutung

Reselling bedeutet, Waren unter Marktwert einzukaufen und mit Gewinn weiterzuverkaufen — gewerblich, gezielt und im wachsenden E-Commerce-Markt. Der Begriff kommt vom englischen „to resell“ (weiterverkaufen). Im deutschen Sprachgebrauch ist damit der gewerbliche Wiederverkauf gemeint, vor allem über Online-Marktplätze.

Reselling ist kein Affiliate Marketing, bei dem Sie Produkte nur vermitteln, ohne sie jemals zu besitzen. Auch mit Dropshipping im engeren Sinne hat es wenig gemein, obwohl beide Modelle verwandt sind. Und mit IT-Reselling — also dem Weiterverkauf von Hosting oder Software-Lizenzen — hat der Begriff in diesem Kontext nichts zu tun. Reselling im E-Commerce dreht sich um physische Waren: Elektronik, Textilien, Haushaltsgeräte, Spielzeug.

Das Prinzip selbst existiert seit Jahrhunderten. Flohmärkte und Antiquitätenhandel funktionieren nach derselben Logik. Neu ist die Skalierbarkeit durch Online-Marktplätze — wer früher lokal begrenzt war, erreicht heute Millionen potenzieller Käufer in ganz Europa. Vor 13 Jahren habe ich mit meiner ersten Palette Restposten angefangen. Heute bewegen wir monatlich über 800 Paletten Neuware durch unser 10.000 m² großes Lager. Der Weg dahin war gradlinig, aber er beginnt für jeden gleich: mit dem Verständnis, wie dieser Markt funktioniert.

Reselling in Zahlen — warum der Markt wächst

Der deutsche Re-Commerce-Markt überschritt 2025 die Marke von 10 Milliarden Euro — bei einer jährlichen Wachstumsrate von 7,2 Prozent. Der Secondhand-Onlinehandel trug geschätzte 4,7 Milliarden Euro zur deutschen Wirtschaftsleistung bei. Global lag das Re-Commerce-Volumen 2025 bei über 220 Milliarden US-Dollar. Bis 2029 prognostizieren Analysten einen Anstieg auf 448 Milliarden.

Die Top-1.000 Online-Shops in Deutschland erzielten 2025 einen Umsatz von 84,7 Milliarden Euro (EHI / ECDB). Der gesamte Onlinehandel erreichte 2025 laut IFH Köln ein Volumen von bis zu 110 Milliarden Euro (IFH Köln). Besonders aufschlussreich für Reseller ist eine andere Zahl: 2025 fielen rund 550 Millionen Retourenpakete in Deutschland an (Uni Bamberg Retourenforschung). Ein erheblicher Teil davon ging als B-Ware oder Restposten in den Zweitmarkt.

Diese Zahlen sind keine Theorie. In unserem Lager sehe ich die Menge an Retouren und Restposten, die jeden Monat auf den Markt kommen. Allein die Secondhand-Mode erreichte 2025 ein Volumen von rund 5 bis 6 Milliarden Euro. Bei der Generation Z haben knapp zwei Drittel bereits gebraucht eingekauft. Für Einsteiger heißt das: Die Warenverfügbarkeit war noch nie so hoch wie heute — und sie wächst weiter.

Wie funktioniert Reselling? — Der Prozess in 6 Schritten

Reselling funktioniert in sechs Schritten: Nische wählen, Ware beschaffen, prüfen, listen, verkaufen und skalieren. Entscheidend ist die Beschaffungsquelle — Restposten und B-Ware bieten die höchsten Margen.

Nische finden. Wählen Sie eine Produktkategorie, die Sie kennen. Die Kriterien: Nachfrage, erreichbare Marge, benötigter Lagerplatz und Ihr eigenes Know-how. Wer sich mit Elektronik auskennt, erkennt den Wert einer retournierten Kaffeemaschine sofort. Wer keine Ahnung von Textilien hat, wird bei Bekleidungspaletten Schwierigkeiten mit der Sortierung haben. Welche Kategorien sich besonders lohnen, hängt von Marge, Nachfrage und Ihrem Know-how ab.

Ware beschaffen. Ob Retail Arbitrage, Großhandel, Restposten-Paletten oder Flohmarkt — die Quelle bestimmt Ihre Marge. Jedes Beschaffungsmodell hat eigene Vor- und Nachteile, die ich im Abschnitt zu den fünf Reselling-Modellen aufschlüssle.

Restposten-Paletten werden per Gabelstapler aus dem LKW entladen — Wareneingang beim Großhändler

Zustand prüfen und dokumentieren. Machen Sie Stichproben, fotografieren Sie die Ware und ordnen Sie Zustandskategorien zu. Bei Palettenware gilt: Nie blind kaufen. Ein seriöser Lieferant lässt Sie die Warenlisten vorab einsehen oder zeigt Ihnen Musterpaletten.

Angebot erstellen. Wählen Sie die passende Plattform, optimieren Sie Titel und Fotos, recherchieren Sie den Marktpreis vergleichbarer Angebote. Gute Produktfotos und eine ehrliche Zustandsbeschreibung machen den Unterschied zwischen einem schnellen Verkauf und wochenlangem Warten.

Verkaufen und versenden. Versandlogistik, saubere Verpackung und schneller Kundenservice entscheiden über Ihre Bewertung — und damit über Ihren langfristigen Erfolg auf jeder Plattform. Unterschätzen Sie das Retourenmanagement nicht: Gerade auf eBay und Amazon wirkt sich jede negative Bewertung auf Ihre Sichtbarkeit aus.

Skalieren. Vom Einzelstück zur Palette, vom Hobby zum angemeldeten Gewerbe, vom eBay-Verkäufer zum Multi-Channel-Händler. Mein Rat: Starten Sie mit einer einzigen Produktkategorie. Diversifizieren können Sie immer noch. Die größte Einstiegshürde, die ich bei Anfängern sehe: Sie wollen zu viel auf einmal.

Die 5 Reselling-Modelle im Vergleich

Es gibt fünf gängige Reselling-Modelle — von Retail Arbitrage bis zum professionellen Restposten-Handel. Jedes hat eigene Stärken, und die Wahl hängt von Ihrem Kapital, Ihrer Zeit und Ihrem Ziel ab.

Retail Arbitrage ist der klassische Einstieg. Sie kaufen Sale-Ware im stationären Einzelhandel — etwa reduzierte Elektronik bei MediaMarkt oder Auslaufmodelle bei einem Bekleidungsgeschäft — und verkaufen sie online weiter. Sofort möglich, wenig Kapital nötig. Allerdings ist dieses Modell zeitintensiv und schwer skalierbar: Irgendwann gehen Ihnen die lokalen Angebote aus, und der Zeitaufwand pro verkauftem Artikel bleibt konstant hoch.

Online Arbitrage folgt derselben Logik, läuft aber komplett digital. Software-Tools scannen Preisdifferenzen zwischen verschiedenen Online-Shops. In der EU gewinnt dieses Modell an Bedeutung, besonders unter Amazon-Verkäufern. Der Vorteil gegenüber Retail Arbitrage: Sie arbeiten ortsunabhängig und können größere Stückzahlen bedienen.

Wholesale (Großhandel) bedeutet B2B-Einkauf beim Hersteller oder Großhändler zu reduzierten Konditionen. Hier brauchen Sie höheres Startkapital — oft ab 2.000 Euro aufwärts — wegen Mindestbestellmengen. Dafür ist die Warenversorgung konstant und das Geschäft von Anfang an skalierbar. Viele professionelle Reseller beginnen mit Retail Arbitrage und wechseln später zum Großhandel, wenn sie ihre Nische gefunden haben.

Dropshipping verzichtet auf eigenes Lager. Der Lieferant versendet direkt an Ihren Endkunden. Das klingt komfortabel, bringt aber geringe Margen mit sich — oft nur 5 bis 15 Prozent. Dazu kommen längere Lieferzeiten, kaum Kontrolle über die Warenqualität und ein Vertrauensproblem: Sie können das Produkt nicht vorab prüfen. Reklamationen treffen trotzdem Sie als Verkäufer.

Restposten- und B-Ware-Handel ist der Weg, den ich empfehle — besonders für Einsteiger, die es ernst meinen. Retouren, Überproduktion und Sortimentswechsel von großen Händlern werden palettenweise an Reseller verkauft. Die Margen liegen bei 40 bis 70 Prozent und sind damit deutlich höher als bei Retail Arbitrage. Mit einem professionellen Prüfprozess lässt sich das Risiko gut kontrollieren. Wie Sie B-Ware professionell einkaufen, erkläre ich weiter unten.

Reselling-Modelle im Vergleich

ModellStartkapitalSkalierbarkeitMargeZeitaufwandRisiko
Retail ArbitrageNiedrig (50–200 €)Gering20–40 %HochNiedrig
Online ArbitrageNiedrig (100–500 €)Mittel15–30 %MittelNiedrig
Wholesale/GroßhandelHoch (2.000+ €)Hoch20–35 %MittelMittel
DropshippingSehr niedrigHoch5–15 %NiedrigGering (Qualitätsrisiko)
Restposten/B-WareMittel (500–2.000 €)Hoch40–70 %HochMittel
Restposten-Bekleidung mit Markenetiketten — Tommy Hilfiger, Superdry und weitere Marken für Reseller

Margenrechnung: Restposten-Palette (Beispiel)

Damit Sie ein Gefühl für die tatsächlichen Zahlen bekommen, hier eine konkrete Beispielrechnung. Angenommen, Sie kaufen ein Haushaltsgerät aus einer Restposten-Palette und verkaufen es über eBay:

PositionBetrag
Einkaufspreis pro Stück15,00 €
eBay-Provision (12 % von 49 €)5,88 €
eBay-Fixgebühr0,45 €
Versandkosten5,49 €
Verkaufspreis49,00 €
Netto-Marge pro Stück~22,18 € (ca. 45 %)

Eine Faustregel aus der Praxis: Ihre Verkaufsmarge sollte mindestens das Dreifache des Einkaufspreises betragen. Alles unter dem Zweifachen lohnt sich nach Abzug von Gebühren, Versand und Zeitaufwand kaum.

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Wo verkaufen? — Die wichtigsten Plattformen für Reseller

Fünf Plattformen sind für Reseller in Deutschland besonders relevant: eBay, Kleinanzeigen, Amazon, Vinted und Facebook Marketplace. Je nach Produktkategorie passt die eine besser als die andere.

eBay.de bietet die breiteste Käuferschicht in Deutschland. Gewerbliche Verkäufer zahlen 6,5 bis 12 Prozent Provision je nach Kategorie, dazu 0,45 Euro Fixgebühr pro Bestellung (Stand 2026). Privatverkäufer erhalten 320 kostenlose Angebote im Monat. Für den Einstieg ins Reselling ist eBay die vielseitigste Wahl.

Kleinanzeigen (ehemals eBay Kleinanzeigen) erreicht 36 Millionen monatliche Nutzer bei 55 Millionen aktiven Anzeigen. Bis 100 Anzeigen pro 30 Tage fallen keine Gebühren an. Für sperrige Ware, die Sie nicht verschicken möchten, gibt es kaum eine bessere Plattform.

Amazon hat die höchste Conversion-Rate aller Marktplätze. Der Professional-Plan kostet 39 Euro monatlich, die Verkaufsgebühren liegen bei 7 bis 15 Prozent je nach Kategorie. Für refurbished Ware gibt es das Amazon-Renewed-Programm mit strengen Qualitätsanforderungen. Komplex im Einstieg, aber bei Volumen äußerst lohnend — wie der Einstieg gelingt, erklärt unser Ratgeber Amazon Reselling.

Vinted verlangt von Verkäufern keine Gebühren — die Kosten trägt der Käufer (0,70 Euro plus 5 Prozent). Mit 7,7 Millionen Besuchern und EU-weitem Versand seit November 2024 ist Vinted die erste Adresse für Mode, Schuhe und Accessoires. Wie Reselling auf Vinted genau funktioniert, hängt von der Produktkategorie ab — besonders Mode, Schuhe und Accessoires laufen hier stark.

Facebook Marketplace kommt ohne Gebühren aus, bietet aber kein integriertes Bezahlsystem und keinen Käuferschutz in Deutschland. Für Reseller mit sperrigen Produkten oder Restposten, die sich nicht kostengünstig versenden lassen, kann es ein sinnvoller Zusatzkanal sein.

Meine Empfehlung für Einsteiger: Starten Sie auf eBay oder Kleinanzeigen. Beide Plattformen verzeihen Anfängerfehler, weil die Hürden niedrig sind und Sie kein Monatsabo brauchen. Sobald Sie routiniert sind und Ihre Prozesse stehen, erweitern Sie auf Amazon.

Plattform-Vergleich für Reseller (2026)

PlattformGebühren (gewerblich)ReichweiteStärkeGeeignet für
eBay6,5–12 % + 0,45 €Sehr hochBreites SortimentAlle Kategorien
Kleinanzeigen0 € (bis 100 Anzeigen)36 Mio./MonatLokale AbholungMöbel, Elektronik, Fahrzeuge
Amazon7–15 % + 39 €/MonatHöchste ConversionVertrauen, PrimeElektronik, Markenware
Vinted0 % (Käufer zahlt)7,7 Mio. BesucherMode, EU-VersandTextil, Schuhe, Accessoires
Facebook Marketplace0 €24 Mio. FB-NutzerKein AufwandLokale Deals, Möbel
Markenkleidung in Einzelverpackung mit Etiketten — versandfertige Restposten für Online-Plattformen

Reselling ist legal. Doch ab dem Moment, in dem Sie regelmäßig mit Gewinnabsicht verkaufen, brauchen Sie ein angemeldetes Gewerbe.

Gewerbepflicht (§ 14 GewO). Wer gezielt Ware einkauft, um sie weiterzuverkaufen, übt eine gewerbliche Tätigkeit aus — unabhängig vom Umsatz. Eine feste Einnahmengrenze, ab der die Pflicht greift, gibt es nicht. Entscheidend ist die Gewinnerzielungsabsicht. Die Anmeldung beim örtlichen Gewerbeamt kostet 10 bis 40 Euro je nach Gemeinde und muss vor Tätigkeitsbeginn erfolgen. Ohne rechtzeitige Anmeldung droht ein Bußgeld bis zu 1.000 Euro. Gerade bei Plattformen wie eBay oder Amazon meldet das System auffällige Verkaufsmuster automatisch — warten Sie also nicht, bis das Finanzamt auf Sie zukommt.

Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG). Seit 2025 gelten neue Grenzen: Lag Ihr Vorjahresumsatz unter 25.000 Euro und bleibt der laufende Jahresumsatz unter 100.000 Euro, müssen Sie keine Umsatzsteuer ausweisen. Wichtig: Überschreiten Sie die 100.000-Euro-Grenze im laufenden Jahr, endet die Regelung sofort — nicht erst zum Jahresende. Bereits der überschreitende Umsatz wird regelbesteuert (IHK Stuttgart).

Kleinunternehmerregelung 2025 auf einen Blick:

  • Vorjahresumsatz: bis 25.000 €
  • Laufendes Jahr: bis 100.000 €
  • Überschreitung: Regelung endet sofort — bereits der überschreitende Umsatz wird besteuert

Einkommensteuer (§ 15 EStG). Gewinne aus Reselling gelten als Einkünfte aus Gewerbebetrieb und müssen in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Gewerbesteuer fällt erst ab einem Jahresgewinn von 24.500 Euro an. Unterhalb dieser Grenze zahlen Sie nur Einkommensteuer auf Ihren Gewinn — abzüglich des Grundfreibetrags.

Vorsicht bei B-Ware. Die Differenzbesteuerung nach § 25a UStG gilt ausschließlich für Gebrauchtware, nicht für B-Ware, die als Neuware eingestuft ist. Wer beides handelt, muss in der Buchführung sauber trennen. Fehler bei der Zuordnung können bei einer Betriebsprüfung teuer werden.

Alle rechtlichen Details — von der Gewerbeanmeldung über die Buchführungspflicht bis zur Produkthaftung — finden Sie in unserem Ratgeber Ist Reselling legal?.

Die 7 häufigsten Fehler beim Reselling-Start

Beim Reselling-Start scheitern die meisten Einsteiger nicht an fehlendem Kapital, sondern an fehlender Planung. In meiner Erfahrung betreffen die häufigsten Fehler Kalkulation, Plattformabhängigkeit und mangelnde Vorbereitung.

  • Zu viel Inventar auf einmal kaufen. Ohne die Sell-through-Rate zu kennen, binden Sie Kapital in Ware, die monatelang im Lager liegt. Starten Sie mit einer kleinen Testbestellung und beobachten Sie, wie schnell sich die Produkte verkaufen. Ich sehe das regelmäßig bei neuen Partnern: Eine ganze Palette Elektronik gekauft, aber nur fünf Listings pro Woche geschafft — nach drei Monaten stapelt sich die Hälfte noch im Keller.
  • Gebühren und Versandkosten unterschätzen. eBay nimmt 12 Prozent Provision plus 0,45 Euro Fixgebühr pro Bestellung. Dazu kommen Versandkosten und mögliche Retouren. Viele kalkulieren nur Einkauf gegen Verkaufspreis — das reicht bei Weitem nicht. Erstellen Sie vor dem Einkauf eine vollständige Kostenrechnung, wie in der Margenrechnung oben gezeigt.
  • Nur auf Marge achten, nicht auf Verkaufsgeschwindigkeit. Ein Produkt mit 60 Prozent Marge, das sechs Monate im Regal steht, bindet Kapital und kostet Lagerplatz. Schneller Umschlag schlägt hohe Einzelmarge. Rechnen Sie immer den Return on Investment pro Monat, nicht nur pro Stück.
  • Günstige Verpackung verwenden. Beschädigte Ware führt zu Retouren, negativen Bewertungen und am Ende zu Verlust. Stabile Verpackung ist keine Ausgabe, sondern eine Investition.
  • Auf einer einzigen Plattform aufbauen. eBay-Kontosperrungen treffen Händler immer wieder ohne Vorwarnung. Wer nur auf einem Kanal verkauft, steht dann vor dem Nichts. Streuen Sie Ihr Risiko frühzeitig — ein zweiter Kanal wie Kleinanzeigen oder Vinted kostet wenig Aufwand und sichert Ihren Umsatz ab.
  • CE-Konformität ignorieren. Bei Spielzeug und Elektronik sperrt Amazon Listings ohne CE-Nachweis. Als Inverkehrbringer sind Sie für die Konformität verantwortlich — auch bei zugekaufter Ware.
  • Kein Gewerbe anmelden. Das Finanzamt erkennt gewerbliche Muster schneller, als viele denken. Wer regelmäßig gleichartige Neuware verkauft, ohne ein Gewerbe angemeldet zu haben, riskiert Nachzahlungen, Bußgelder und im schlimmsten Fall ein Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung. Die Gewerbeanmeldung kostet 10 bis 40 Euro — kein Betrag, an dem es scheitern sollte.
Markenhandtaschen als Restposten — Valentino, George Gina Lucy und weitere Labels für Reseller

Welche Produkte eignen sich zum Reselling?

Besonders geeignet für Reselling sind Elektronik, Haushalt, Textil und Spielzeug. Welche Kategorie für Sie passt, hängt von drei Faktoren ab: Nachfrage, erreichbare Marge und dem Lagerplatz, den Sie zur Verfügung haben.

Saisonale Muster spielen ebenfalls eine Rolle. Spielzeug läuft im vierten Quartal am stärksten — viele Händler bauen gezielt ab September Lagerbestände auf. Textil verkauft sich besonders gut im Frühling und Herbst, wenn Käufer ihre Garderobe wechseln. Elektronik bleibt ganzjährig solide, weil die Nachfrage unabhängig von der Saison besteht. Bei Retourenquoten gibt es deutliche Unterschiede: Mode wird wesentlich häufiger zurückgeschickt als Kleinelektronik, was bei der Kalkulation berücksichtigt werden muss.

Mein Tipp: Starten Sie mit einer Kategorie, die Sie kennen. Wer ein technisches Verständnis für Elektronik mitbringt, erkennt den Restwert eines retournierten Geräts auf den ersten Blick. Bei Textilien zählt dagegen ein Gespür für Marken und Trends. In meinem Sortiment sind Elektronik und Haushalt die beliebtesten Einstiegskategorien bei neuen Partnern. Welche Kategorien sich besonders lohnen, zeigt unsere Analyse der beliebtesten Einstiegskategorien.

Fazit

Kein schnelles Geld — aber ein wachsender Markt mit echten Chancen für alle, die strukturiert vorgehen. Entscheidend sind die richtige Beschaffungsquelle und eine saubere Kalkulation, bei der Gebühren, Versand und Retouren von Anfang an eingepreist werden.

Vor 13 Jahren habe ich mit einer einzigen Palette angefangen. Heute arbeiten wir mit über 2.000 Partnern in 55 Ländern zusammen. Dieser Handel verlängert den Lebenszyklus von Produkten und reduziert Verschwendung — wirtschaftlich lohnt sich das. Ökologisch ebenso. Als verlässliche Beschaffungsquelle steht Ihnen dabei unser Restposten Großhandel für Wiederverkäufer mit palettenweiser Lieferung zur Seite. Wenn Sie bereit sind, den ersten Schritt zu machen, melden Sie sich bei uns.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet Reselling auf Deutsch?

Reselling heißt „Wiederverkauf“. Gemeint ist der gezielte Einkauf von Waren unter Marktwert und der Weiterverkauf mit Gewinn — über Plattformen wie eBay, Amazon oder Vinted.

Ist Reselling legal?

Wie viel Startkapital braucht man für Reselling?

Welche Plattform eignet sich am besten für Reselling?

Muss ich für Reselling ein Gewerbe anmelden?

Was ist der Unterschied zwischen Reselling und Dropshipping?

Wie hoch sind die Margen beim Reselling?

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